Der Brüsseler Rotating Header Image

Aus Eeebuntu wird Aurora

Seit bald 2 Jahren nutze ich das damals für den Eee PC optimierte Eeebuntu, ein kleines aber feines Ubuntu-Derivat. Die aktuelle Version von Eeebuntu 3.0 basiert noch auf Ubuntu 9.04, doch wurde von Seiten des Entwicklerteams beschlossen, das EB4 auf Debian Unstable basieren soll.

Aurora OSDie erste Version, eb4 beta, ist seit Februar im Umlauf und im Hintergrund wird fleißig weiter an der neuen Version gearbeitet. Dies sieht man allerdings nur an den regelmäßigen und umfangreichen Updates. Obwohl eb4 auf Debian Unstable basiert, hat sich der look and feel bis jetzt nicht sonderlich geändert. Von Seite des DAU – d.h. Ich – läßt es sich genauso intuitiv bedienen wie Ubuntu, auch wenn man die regelmäßigen Updates über die Konsole starten muss.

Neben der Neuausrichtung des Projektes wurde inzwischen Eeebuntu auch in Aurora umbenannt. Eine ausführliche Stellungnahme zur Umbenennung in Aurora OS findet sich im Blog der Entwickler. In diesem wird auch in regelmäßigen Abständen über den Fortschritt der Entwicklung berichtet.

Aurora Borealis : Gnome Edition

Weiterhin wird Gnome der Desktop des neuen Aurora OS sein, welches in Zukunft kontinuierlich weiterentwickelt wird. Neben dem Standardbrowser Firefox werden auch Alternativen wie Chrome, Chromium und Opera zur Verfügung stehen. Ebenso wird es neben Thunderbird auch Evolution oder Spicebird für die Verwaltung von Emails, Newsgruppen, RSS usw. als Alternative geben. Weitere Applikationen sind OpenOffice, Gimp, VideoLan und Banshee, die zur Standardinstallation gehören. Alternativen sollen sich ohne große Probleme nachinstallieren lassen.

Wenn man einen ersten Vorgeschmack auf das neue Aurora OS bekommen will, bleibt einem bis zur Veröffentlichung von Aurora 0.5 Beta nur die Installation von EB4 Beta und das Update auf den aktuellen Stand übrig.

Über die Gratismentalität der Verlage im Netz

Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger e.V. (VDZ) ist immer wieder für eine Überraschung gut. Mal wird die Gratismentalität im Netz beklagt, mal wird die Pressefreiheit für das iPad und das iPhone gefordert, da Apple die Apps von bild.de und stern.de aufgrund der dortigen Nackt-Fotos zwischenzeitlich gesperrt hatte.

Nun zieht der VDZ gegen Facebook ins Feld und fordert eine Beteiligung der Verlage an den Werbeerlösen von Facebook. Dabei gehen die Verlage soweit Facebook als Werbeplattform für das eigene Internetangebot zu nutzen um dort zusätzliche Nutzer auf die eigene Webseite zu locken und somit die eigene werberelevante Reichweite zu erhöhen. Immerhin liegt es im wirtschaftlichen Interesse der Verlage auf Facebook eine Fan-Seite zu erstellen und somit neue Zielgruppen für die eigenen Produkte (Online-Angebot, Zeitschriften, Abos etc.) zu gewinnen.

Da für Unternehmen, wie z.B. Zeitungsverleger, die Werbe- und Marketing-Plattform Facebook kostenlos ist, kann man über solche Forderungen nur noch den Kopf schütteln. Es zeigt einmal mehr, dass der VDZ weder die neuen digitalen Medien noch das Konzept von Netzwerken verstanden hat. Letztlich sägt der VDZ den Ast ab auf dem er selber sitzt, denn Facebook braucht keine Verleger aber die Verlage brauchen den Zugang zu sozialen Netzwerken und deren Mitgliedern um in der digitalen Welt weiter existieren zu können.

Über Gewinner und Verlierer

Horst Köhler ist – warum auch immer – von seinem Amt als Bundespräsidenten zurückgetreten. Wie im letzten Jahr beginnt auch diesmal das Polit- und Wahlkampftheater der Parteien, die erneut ignorieren, dass der Bundespräsident nicht vom Wahlvolk sondern von den 1244 Mitgliedern der 14. Bundesversammlung gewählt werden. Es ist dieses parteipolitische Geschacher, welches – meiner Meinung nach – das Amt des Bundespräsidenten nachhaltig schädigt.

Ist Christian Wulff wirklich der große Gewinner des Präsidentenpokers? Die Nominierung ist vorerst der Höhepunkt aber auch die Endstation seiner politischen Karriere. Gewinnt er die Wahl am 30. Juni, so ist der frühere Rivale von Angela Merkel im Schloss Bellevue kaltgestellt. Verliert er – was unwahrscheinlich zu sein scheint – die Wahl, so wird er sich auch als Ministerpräsident von Niedersachsen nicht mehr lange halten können. Gewinner ist, zumindest in Niedersachsen, David McAllister, der bereits im Juni 2008 als Nachfolger von Christian Wulff zum Landesvorsitzenden der CDU gewählt wurde.

Der vermeintlichen Verliererin Ursula von der Leyen steht im Gegensatz zu Wulff auch in Zukunft der Weg zu weiteren politischen Ämtern offen und sie wird von Merkel auch weiterhin als Aktivposten in der Regierung gebraucht. Gerade in der Personalie v.d. Leyen haben in erster Linie die innerparteilichen Widersacher von Merkel verloren, denn deren Hoffnung das v.d. Leyen, die zumindest im Bereich der Familien- und Frauenpolitik ein für die CDU sehr modernes Weltbild vertritt, durch die Nominierung kaltgestellt wird, hat sich als Trugschluss erwiesen. Somit wird v.d. Leyen auch in Zukunft als Ministerin und Mitglied des CDU-Bundespräsidium die Politik der Partei aktiv mitgestalten und für den langsamen aber stetigen Wandel der CDU stehen.

Eine eher schwache Partie hat Guido Westerwelle gespielt. Weder hatte er ein eigenes Ass im Ärmel noch ist klar ob seine Partei wirklich hinter dem Kandidaten der Regierungskoalition steht. Zwar versichern FDP-Politiker, wie Generalsekretär Christian Lindner, dass die Partei “eine einheitliche Linie für Christian Wulff” vertreten wird aber das man dies verkünden muss lässt tief blicken. Die Wahl Wulffs ist alles andere als sicher und sollte dieser an der FDP scheitern, wird die Position von Westerwelle als Parteivorsitzender weiter geschwächt.

Die große Verliererin, darin sind sich viele Journalisten einig, soll Angela Merkel sein. Doch auch hier habe ich gewisse Zweifel. Von ihren innerparteilichen Gegnern ist, nach dem Abschied von Roland Koch aus der Politik, nur noch Christian Wulff übrig geblieben und dieser wurde inzwischen geschickt von ihr aus dem Rennen genommen. Wullfs Nominierung ist ein kluger Schachzug von Merkel, denn entweder gelingt seine politische Verbannung ins Schloss Bellevue oder aber er verliert, was genauso das Ende seiner politischen Karriere bedeutet. Merkel, die eine sehr leidensfähige Machtpolitikerin ist, hat schon viele Niederlage überlebt. Wie oft wurde schon ihre Niederlage herbei geschrieben? Damals als Edmund Stoiber seine Kanzlerkandidatur durchsetzte oder am Abend der Bundestagswahl 2005, als Gerhard Schröder die Führung einer großen Koalition beanspruchte. Letztlich war es Merkel, die sich still und heimlich durchsetzte und es würde mich nicht wundern wenn Merkel – unabhängig davon wer letztlich ins Schloss Bellevue einzieht – aus diesmal die lachende Dritte sein wird.

Fundstücke

Gerade kam jemand in das Restaurant,blickte sich verstört um und ging wieder raus. Mein Gott sah das verklemmt aus. Ich hasse Wandspiegel.
Vergraemer, 11:37 AM Apr 6th

Facebook ist Stasi in freiwillig
DerWesten, 12:46 PM Mar 21st

Vor Brandstiftung trank er halbe Flasche Whisky mit Zucker. Richter: “Kaufen Sie doch Averna oder Ramazzotti, das schmeckt besser”
Kiesewetter, 9:51 AM Mar 15th

In ein Pornokino würde ich nie gehen. Ist doch total peinlich: Nachher denkt noch jemand, ich hätte kein Internet!
haekelschwein, 1:48 AM Feb 28th

gestern ruft gaddafi zum heiligen krieg gegen die schweiz auf, heute erscheint das neue dj bobo album. astreine antwort!
hirnfusseln, 8:19 PM Feb 26th

“Jack Bauer named his cat ‘Chuck Norris’. Why? Because he’s a pussy.”
JoGoebel, 4:54 AM Feb 15th

FDP immer dreister: Westerwelle arrangiert härtesten Winter seit 30 Jahren auf Drängen der Streusalzlobby
HolgerKrahmer, 10:18 PM Feb 2nd

Wer war der 1. Twitterer? Jesus! Er hatte 12 Follower, aber einer war ein Spamaccount.
konna, 10:45 PM Dec 1st, 2009

Die FDP macht ihrem Namen als Spaßpartei ja wieder alle Ehre. Wir wollen Steuersenkungen! Wie, kein Geld da? Das hätte man uns sagen müssen!
tencars, 11:21 AM Oct 11th, 2009

Münte geht, Steinbrück geht, Heil geht. Aber Gabriel geht gar nicht.
ralfheimann, 8:20 AM Sep 30th, 2009

Ich glaub, ich versuch mal euch schönzuschlafen. Das mit dem Schönsaufen hab ich schon versucht, hat nicht geklappt..
Curi0us, 11:53 PM Sep 14th, 2009

Wenn Grüne mit der FDP regieren, werden die Kröten nur bis zur Hälfte der Straße getragen und müssen sich für den Rest privat versichern.
Nadim_A, 12:16 AM Sep 9th, 2009

intelligenz lässt menschen verhungern, denn nur die dümmsten bauern haben die größten kartoffeln.
waxmuth, 6:06 PM Aug 26th, 2009

“Elektrosmog? Gibt’s hier nicht. Wir haben abgeschirmte W-Lan-Kabel.” (doh)
kirscheplotzer, 12:18 PM Aug 26th, 2009

Verdachtsmomente scheinen wohl die einzig erstrebenswerten Momente des Staats geworden zu sein.
digitalanger, 8:07 PM Jun 23rd, 2009

An die, die es angeht (z.B. vom digitalen Lebensgefühl entkoppelte in meiner Partei): Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit!
Stecki, 1:27 PM Jun 23rd, 2009

Und der Eee PC läuft und läuft…

Anders gibt es keine Erklärung dafür das sich fast täglich ein fremder Leser auf meinen Blog verirrt um ausgerechnet den Artikel Mein “fluxflux” Eee – eine Alternative zu Xandros Linux zu lesen. Dabei hat sich seit November 2008 einiges getan. Aus FluxFlux und Slack2Go wurde das neue Projekt Lin2Go, welches das auf Slackware basierte fluxflux-sl veröffentlicht. Die ISO des aktuellen Release (2009.3) als auch des neusten Snapshot (20100123) kann man hier herunterladen.

Aber es gibt auch noch andere Alternativen für den kleinen Eee PC 701 (4G). Zwischenzeitlich experimentierte ich mit Debian, für das es auch eine sehr gute Dokumentation gibt, mir persönlich jedoch nicht so gut gefallen hat. Im Frühjahr 2009 gab ich Ubuntu eine neue Chance und im Gegensatz zu 8.10 lief 9.04 out of the Box, auch wenn der interne SSD-Speicher fast vollständig von Ubuntu in Beschlag genommen wurde. Lieber wäre mir eine schlanke Version von Ubuntu gewesen, bei der ich nach eigenen Gutdünken die für mich wichtigen Softwarepakete per apt-get installieren kann (also Debian für Dummies).

Somit bin ich zu Eeebuntu gekommen, welches in 4 verschiedenen Versionen (Standard, NBR, BASE und LXDE) existiert. Während EB3 Standard am ehesten einem für den Eee PC optimierten Ubuntu entspricht, übernimmt NBR den alternativen Desktop des Ubuntu Netbook Remix. BASE ist wie der Name bereits vermuten läßt eine auf’s Minimum reduzierte Variante während LXDE (Beta) anstatt von Gnome LXDE als Arbeitsumgebung nutzt. Da ich eine Basisinstallation suchte war das 562.4 MB große BASE-Release meine erste Wahl. Zwar habe ich dem LXDE-Release, trotz Beta-Status, eine Chance gegeben, aber da dieses mein Mobiltelefon nicht erkannte und es somit als Modem nicht nutzbar war, schied es aus.

Die Installation war unkompliziert. Mit UNetbootin einen Live USB-Stick erstellen, in den Eee PC stecken und booten. Nach der Grundinstallation das System updaten und die gewünschte Software installieren. EB3 hat bei mir out of the box das Nokia E51 erkannt und mobiles Surfen war somit per UMTS ohne Probleme möglich. Ebenso gab es keinerlei Probleme eine Canon 450D per USB-Kabel anzuschließen und die Bilder zu importieren. Zum verwalten und konvertieren ist auf dem Eee am besten Rawstudio geeignet, welches diverse Raw-Formate erkennt. Zum Browsen im Internet eignet sich SR Iron, ein Fork von Google Chrome, sehr gut, der als Beta in der Version 4.0.275 für Linux zur Verfügung steht.

Alles in allem ist der – inzwischen uralte – Eee PC 701 ein idealer Begleiter, der für die meisten Aufgaben – egal ob Email, im Internet browsen, Musik hören, Filme anschauen, Texte und Blogeinträge schreiben oder auch mal das ein oder andere Foto zu bearbeiten – völlig ausreicht, dabei im Gegensatz zu den herkömmlichen Laptops kaum Platz in der Tasche beansprucht und perfekt auf die Klapptische im Flugzeug passt.

iNet – das saubere Internet für alle!

Das Zugangserschwerungsgesetz ist tot – es lebe das Zugangserschwerungsgesetz! So und nicht anders kommt es mir vor wenn ich die aktuelle Berichterstattung zum Thema Netzsperren lese. Vor einigen Tagen befürwortete die EU-Kommissarin Cecilia Malmström in einem Gastbeitrag in der FAZ Netzsperren innerhalb der EU und die CSU schließt sich dieser Forderung an. Interessant ist auch, dass die CSU das Löschen kinderpornographischer Seiten deshalb ablehnt, weil somit das „Unwerturteil des Staates“ für den Nutzer „nicht erkennbar“ sei.

Somit bestätigt sich der Verdacht, dass es insbesondere einigen konservativen Politikern nur auf den medialen Effekt ankommt: Schaut her, wir tun etwas! Das dieser Populismus und Aktionismus reine Zeitverschwendung ist, hat Chrstian Stöcker auf Spiegel Online sehr treffend kommentiert.

Aber es sind nicht nur unsere Politiker die Netzsperren als Allheilmittel betrachten. Auch in anderen Ländern setzt man auf dieses Instrument. Seinen es Staaten wie China, Iran, Vietnam, Syrien, Burma oder Tunesien – wo man wenig überrascht ist das neben moralisch verwerflichen Inhalten auch politische Inhalte zensiert werden oder Staaten wie Australien, welches den Zugang zu Inhalte denen eine Altersfreigabe verweigert wurde mit Hilfe der Netzsperre unterbinden will. Netzsperren sind inzwischen überall auf der Welt populär. Dass die australische Regierung es sich vorbehält nach eigenem Gutdünken „gesellschaftlich und politisch kontroverses Material” zu sperren zeigt mehr als deutlich, dass die Sorgen der Bürgerrechtler und Netzaktivisten hinsichtlich dem staatlichen Missbrauch der Netzsperren mehr als berechtigt sind und selbst die USA sieht diese Entwicklung mehr als kritisch.

Dabei gibt es eine ganz einfache Lösung: Apples App Store!

Es ist bekannt das Apple sehr strikt ist, was die Inhalte der im App Store erhältlichen Apps betrifft. Wie Spiegel Online im letzten Jahr berichtete hat der Springer-Verlag bereits entsprechende Erfahrungen mit seinen Apps machen müssen. Was wäre also einfacher als eine nationale Internet-App im App-Store? Egal ob Firefox, Internet Explorer, Google Chrome oder Opera, jeder Browser ist nur noch als App für die diversen Betriebssysteme erhältlich und Apple bestimmt aufgrund der eigenen rigiden Richtlinien welche Inhalte aus gesellschaftlichen und politischen Gründen geeignet sind. Da alles was Apple macht „cool“ und „innovativ“ ist, wird das AppleNet – oder besser iNet – nicht nur mit Begeisterung von den Massen aufgenommen und somit ein kommerzieller Erfolg sondern auch mit Enthusiasmus (zumindest) von den Apple-Jüngern gegen jede Kritik verteidigt.

iNET – Willkommen in Apples gesellschaftlich und politisch korrektem Web3.0!

Herr, schmeiß Hirn ra!

Wie SPON und tagesschau.de berichten, ist die CDU aus Sicht der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung von CDU und CSU (MIT) politisch zu weit nach LINKS gerutscht. Nun befürchtet deren Vorsitzender Josef Schlarmann einen Wahlsieg des LINKEN Lager bei der kommenden Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen…

Oder um es mit anderen Worten zu formulieren: weil die Wähler Mindestlöhne, “staatlichen Preisvorschriften“ für Arzneimittel und die Bankenabgabe ablehnen, wählen diese stattdessen lieber SPD, Grüne und Postkommunisten!

Ja nee, is klar!

Las Vegas

Las Vegas – Die Stadt die viele von uns aus Serien, wie CSI und Filmen kennen ist bis auf den Strip mit seinen Hotels und Casinos eigentlich eine Stadt wie jede andere. Restaurants, Supermärkte, volle Straßen. Es ist jedoch eine bestimmte Straße die mitten durch die Stadt läuft, die den Unterschied ausmacht: der Las Vegas Boulevard, genannt der Strip. Dort sind es die Luxushotels, die das Gesicht der Stadt sind: die “ägyptische” Pyramide des Luxor, Excaliburs kitschige Kopie eines Märchenschlosses, das “italienische” Bellagio mit seinen Fontänen und die Kopie des Eiffelturms des Paris Las Vegas. Natürlich alles in der amerikanischen Kitschversion und mit zahlreichen Attraktionen im Inneren, meist für die gesamte Familie geeignet.

Die beste Zeit um sich diese “Superlative des guten Geschmacks” anzuschauen ist der frühe Vormittag, wenn Las Vegas noch schläft bzw. der Großteil der Hotel- und Casinogäste die Straßen noch nicht bevölkert. Auf dem Strip sind um diese Uhrzeit kaum Autos zu sehen und nur vereinzelt sieht man den ein oder anderen Jogger in der Vormittagssonne laufen. Dann wieder der sehr schnelle Einbruch der Dunkelheit (gegen 18 Uhr), wenn das Lichtermeer dem Strip nochmal ein völlig anderes Gesicht gibt.

Im Gegensatz dazu herrscht in den Casinos rund um die Uhr Betrieb. Selbst Morgens um sieben sitzen an den Slotmaschinen (bereits oder immer noch) die Spieler und fordern das Glück heraus. Die einarmigen Banditen fressen Ein und Fünf-Dollar-Scheine und spucken im Fall eines Gewinnes nur noch einen Streifen Papier aus. Die Zeit der Münze scheint auch in Las Vegas endgültig vorbei zu sein.

Ganz anders, weniger groß und überwältigend, sieht es aus, wenn man mit dem Bus oder dem Auto den Las Vegas Boulevard in Richtung Norden fährt. Es werden zwar neue Hotels gebaut, es gibt die ein oder andere Baulücke die teilweise seit Jahren brach liegt,obwohl andernorts Gebäude gesprengt wurden, um neuen Hotelcasinos Platz zu machen. Ab dem gigantischen Stratosphere Tower beginnt das “alte” Las Vegas und Motels, Pfandleiher, Striplokale sowie zahlreiche Wedding Chapels säumen bunt und blinkend die Straße bis man im Herzen von Downtown Las Vegas, der Freemont Street angekommen ist.

Die Highlights dort sind die “alten” Hotels wie das 1906 eröffnete Golden Gate oder das Golden Nugget, welches 1946 gebaut wurde. Neuste Attraktion des Goldden Nugget ist “The Tank”: ein Pool und mit angrenzenden Haifischbecken, durch das eine Wasserrutsche führt.

Es lohnt sich, am Abend gen Norden zu fahren, denn dann sieht man die seit 1995 überdachte Fremont Street und ihre abendlichen Sound-and-Light-Shows.

Über die Bionadebourgeoisie

Wenn die Leute kein sauberes Trinkwasser haben,
dann sollen sie doch Bionade trinken!

Angst statt Freiheit

Endlich ist der Wahlkampf vorbei und man erwartet, dass die Zeit der populistische Wahlkampfrhetorik bis zur nächsten Wahl ein Ende gefunden hat. Doch es sind Koalitionsverhandlungen und Politiker, wie der hessische Ministerpräsident Roland Koch, spielen weiterhin mit der Angst der Menschen. Im Interview mit dem Hamburger Abendblatt sagte er:

Wir müssen begreifen: Es wird Krieg geführt gegen uns. Aus meiner Sicht sind wir bei der Überwachung noch nicht gut genug

Es wird also Krieg gegen uns und gegen unsere Gesellschaft geführt. Dieser Feind befindet sich mitten unter uns, mitten in unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft und wir müssen vor diesem Feind mit allen Mitteln beschützt werden…

Doch wer ist dieser Feind?

Wir sind dieser Feind von dem Roland Koch spricht, wir sind die Gefahr für unsere Gesellschaft und deshalb müssen wir überwacht werden. Die Vorratsdatenspeicherung, die Erfassung von Autokennzeichen, das Sammeln unserer Bankdaten, die fortschreitende Videoüberwachung oder die Online-Durchsuchung; alles pauschal, verdachtsunabhängig und OHNE richterliche Verfügung: denn WIR sind potentiellen Terroristen!

Was ist mit dem Grundprinzip der Unschuldsvermutung? Diese stört nur, denn dies würde bedeuten, daß es erst einmal ein hinreichender Tatverdacht existieren müsste. Statt dessen steht der Bürger unter einem Generalverdacht und wird so zum potenziellen Straftäter degradiert.

Die Koalitionsverhandlungen werden zeigen wie viel unsere Bürgerrechte den Politikern, insbesondere der “freiheitlichen” FDP, Wert sind. In einem Punkt hat Roland Koch jedoch Recht, es wird ein Krieg geführt und zwar gegen unsere Freiheit, gegen unsere Bürgerrechte und letztendlich gegen UNS!

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